Mein eigener Weg

“Nur wer etwas aus eigener Erfahrung kennt, hat bewährtes Wissen.”

Ein Spruch, der in diesem Fall zumindest stimmt und einiges leichter macht.

Denn im Punkto Ernährung und vor allem in Bezug aufs abnehmen habe ich in den vergangenen Jahren sehr viele Erfahrungen sammelt dürfen und davon möchte ich dir nun etwas erzählen.

 

Pubertät, du bist ein Mistkerl!

Ich muss gestehen, dass die Zeit zwischen 12 und 15 für mich mit Abstand die schlimmste Zeit gewesen ist. Warum?  1. weil Kinder manchmal wirklich grausam sein können und 2. weil diese Jahre auch im Hinblick auf mein Gewicht die schwersten waren.

Mit 13 wog ich damals knapp über 110 kg. Mir passten kaum Klamotten von der Stange, in Modeläden, in denen meine Freundinnen einkaufen gingen, gab es nichts für mich. Ganz davon abgesehen, dass das Verhalten und die Worte meiner Mitmenschen tiefe Wunden hinterließen, die nur sehr langsam heilten.

In der Pubertät lernen Heranwachsende ihren Körper kennen, setzen sich zum ersten Mal mit ihrem Körper und dem der anderen auseinander aber du kannst mir glauben, dass man das nicht tut, wenn man so stark übergewichtig ist, wie ich es damals war. Da ist man froh, wenn man sich selbst nicht länger sehen muss als nötig.
Ich habe während dieser Zeit nicht einen Gedanken an Sport, geschweige denn an gezieltes abnehmen verschwendet. Schulsport war eine Qual, die ich so oft wie möglich versucht habe zu umgehen. Essen war meine einzige Beschäftigung, da war ich für mich, niemand hat gelacht und ich fühlte mich nicht ausgegrenzt.

Egal wann, egal wo, egal was, Essen ging immer. Ich weiß noch, dass ich damals als “Snack” immer gerne diese Pizza-Intermezzos mit einer zusätzlichen Scheibe Gouda gegessen habe. Das gab es dann mal eben zwischen Mittag- und Abendessen.
Dazu kamen standardmäßig Flips, Eistee und Schokolade. Tja…so sah das damals aus. Weniger wiegen wollte ich immer, gezielt abnehmen wollte ich nie.

 

Its time for a change – es ging ans abnehmen.

Meine damalige Schule war recht sportorientiert und in dem Zuge bin ich 2004 zum Eishockeysport gekommen. Dieser Sport hat mich zum ersten Mal fasziniert, es war so schnell und robust. Das mochte ich gerne und es hat mich gepackt. Zuerst nur als Fan und später dann auch selbst als Spielerin.

Ich fing an, Sport zu treiben und die Kilos schmolzen nach und nach. Dazu kam damals, dass sich mein Freundeskreis aus anderen Gründen änderte und ich dadurch keinen wahllosen Zugang mehr zu Fast Food und Co. hatte.  Im Eishockey wurde ich immer ehrgeiziger, ich wollte mehr, wollte besser werden und bekam endlich Anerkennung für etwas, was ich tat. Das war super und hat mich immer weiter angetrieben.

Mein Weg führte mich im Eishockey von der Landesliga bis hin zur ersten Damen-Bundesliga. Das habe ich vor allem meinem Ehrgeiz zu Verdanken, der auch zu meinem Gewichtsverlust beigetragen hat. Ich wollte sportlich die Beste sein und dazu gehört auch, Gewicht zu verlieren.

Aber wie habe ich es geschafft, bis heute knapp 40 kg abzunehmen? Durch viel Sport und kontrollierteres Essen. Hier stellten sich verschiedene Dinge ein wie z.B. das Achten auf Fett in Form von Butter, Vollfett- Produkten wie Milch und Käse sowie der Verzicht auf zuckerhaltige Softdrinks.

Alleine diese Stellschrauben machten ganz viel aus.

Aber natürlich führte mich mein Weg auch durch verschiedene Diätprogramme wie Low Carb, schlank im Schlaf, Weight Watchers und einige weitere Programme. Shake-Kuren, die keinerlei feste Mahlzeiten vorsahen, hungern bis zur Entkräftung mit dem Resultat, dass ich am Ende dieser Kur alles in mich reinstopfte, was mir vor die Luke kam. Dass diese “Programme” allesamt nichts brachten, außer das sie mich krank machten, brauche ich wohl nicht sagen.

Ein richtiger Jo-Jo-Effekt ereilte mich dabei glücklicherweise trotzdem nie, dennoch hatte ich einige Diät- Plateaus, also Zeitspannen, in deren Zuge ich kein Gewicht verlor.

Hier mal ein Vorher nachher Bild von mir (links ca 2002, rechts 2017)

 

 

Diese Diät-Plateaus sind normal und stellen sich nach einiger Zeit einer Ernährungsumstellung ein. Daher kann es helfen, wenn Du von einem Coach unterstützt wirst, der dir an dieser Stelle hilft, deinen Lebens- und Ernährungsstil weiter umzustellen bzw. anzupassen.

 

Ein Weg der niemals endet?

 

Ich habe etwas weiter oben ja bereits geschrieben, dass ich den Großteil meines Übergewichtes über einen sehr langen Zeitraum abgenommen habe. Das linke Bild ist nun knapp 17 Jahre her und es gibt Menschen, die nehmen 20, 30 oder mehr Kilo in nur einem Jahr ab.
Das ist auch gut, wenn sie gesund abnehmen und diese Art von Umstellung in ihr Leben passt. Ich selbst hatte in den ganzen Jahren keine Hilfe beim abnehmen, war super jung und hatte einfach keine Ahnung, auf was genau ich achten sollte. Dazu kam die Pubertät, erste Beziehungen, Ausbildung, Schule, der Start ins Arbeitsleben. Alles Faktoren, die einen doch mehr beeinflussen können, als man manchmal zugibt.

Dennoch habe ich es geschafft und das ganz ohne striktes Programm, ohne Leitfaden, ohne Pillen, Säfte, Kapseln oder sonstigen Unsinn (und ja, meiner ganz persönlichen Meinung nach bringen diese Mittelchen alle nichts und wer dir etwas anderes weiß machen will, der hat nur seinen eigenen Vorteil im Sinn).

 

Allerdings wäre es absolut falsch, dir zu vermitteln, dass ich heute nicht mehr auf mein Essverhalten achten muss.

  • Ich tracke meine Lebensmittel auch ab und an heute noch (nicht mehr täglich aber regelmäßig)
  • diverse Lebensmittel wie z.B. hochkalorische Softdrinks gibt es bei mir nicht
  • McDonalds, Burger King und KFC sind bei mir die absolute Ausnahme
  • Sport ist eine absolute Konstante in meinem Leben und ich plane meinen Tagesablauf wenn möglich und wenn nötig danach.

Diese vier Punkte mache ich, weil ich es so möchte. Niemand muss 5-6 Tage in der Woche Sport treiben, niemand muss verzichten aber ich habe für mich selbst erkannt, dass es mir damit sehr gut geht. Das mein Körper es mir dankt, wenn ich ihn nicht wöchentlich mit fast food konfrontiere, dass es mir Spaß macht und ich mich gut fühle, wenn ich Sport treibe. All das ist aber ein Lernprozess, der seine Zeit braucht. Also gib dir diese Zeit, finde heraus, was Du magst und vor allem: lerne wieder zu erkennen, was dein Körper braucht.

Dann sind das alles keine Dinge mehr, die Du tun musst, sondern sie werden zu Dingen, die Du gerne tust. Dann gehst Du diesen Weg gerne weiter und bist gespannt darauf, wo er dich hinführt.

 

Möchtest Du, dass ich dich auf diesem Weg begleite? Dann melde dich gerne bei mir. 😉